Der Weiblichkeit wohnt von Natur aus Göttlichkeit inne, die Sie dem Manne überlegen macht, glauben viele Menschen.
Mir gefällt diese Sichtweise, sie entspricht meiner dominanten Neigung, aus deren Blickwinkel betrachtet, der Mann immer unter der Frau steht, auch eine Sklavin für mich mehr Wert sein kann, als ihr Herr …
Doch dies ist die femdom-Sichtweise …

Ich weiß aber auch, dass mir meine ganze Dominanz nichts nützt, wenn mein Gegenüber sie nicht wahrnehmen will.
Was ist eine Diva ohne Verehrer, eine Herrin ohne Diener, eine despotische Herrscherin ohne Sklaven oder eine Sadistin ohne Masochisten — Nichts.
Dessen bin ich mir bewusst. Genauso wie ein Sklave keiner ist, ohne strenge Gebieterin, es kein Opfer gibt, ohne Täter … die so gegensätzlichen Seiten bedingen und brauchen einander.

Doch im wahren Leben steht für mich an erster Stelle der Mensch und gegenseitiger Respekt.
Respekt heißt auch, sich so akzeptieren, wie man(n)/frau ist.
So wenig, wie ich möchte, dass Sie mir etwas vorspielen, so wenig bin ich gewillt, mich zu verbiegen, um das zu sein, was jemand unbedingt in mir sehen möchte, ich jedoch eigentlich nicht bin.
Ich möchte keine "perfekte Wunscherfüllerin" für jeden sein. Sondern mir treu bleiben und nur das tun, was auch aus mir heraus will. Auch bin ich nicht jeden Tag gleich ...
Ebenso wenig will ich aber andere verbiegen: Weder erwarte ich von einem Masochisten, dass er devot vor mir kniet, noch von einem rein devoten Menschen, dass er sinnlos starken Schmerz erleiden muss … wobei ich nichts verallgemeinern möchte, da ich all diese Kategorisierungen eigentlich ablehne; jedoch helfen sie dabei Schwerpunkte einzukreisen, aber Schubladendenken ist mir zuwider.
Jeder Mensch funktioniert individuell, nicht nur Sie, auch Ich.

Meiner Ansicht nach, gibt es so viele verschiedene Varianten von BD/DS/SM, wie es Menschen gibt, jeder hat seine ganz eigenen Vorstellungen, Träume und Phantasien, geprägt von seiner individuellen Lebensgeschichte. Und auch die Interaktion zwischen zwei Menschen ist immer unterschiedlich. Ich glaube, dass jedes Spiel zwischen zwei Menschen ein eigenes ist. Was mit dem einen Spaß macht, geht mit jemand anderem vielleicht überhaupt nicht …
Daher plane ich auch niemals eine Session im Voraus durch, sondern bin immer gespannt, wie sich die Dinge entwickeln, wenn man sich auf die Situation und sein Gegenüber einlässt.
Mich interessiert der pure Mensch, der übrig bleibt, wenn ihm seine normale Kleidung, Statussymbole und Rechte für eine geraume Zeit genommen sind, wenn er sich vor Schmerz windet oder erniedrigt im Dreck liegt — der sich auf mich einlässt, loslässt, nur noch ist, fühlt, vielleicht gar fliegt …

Nicht alle Menschen können miteinander.
Aber wenn ähnliche Vorstellungen, Neigungen, eine gewisse Sympathie und die Fähigkeit zu Kommunizieren aufeinander treffen, wird sie existent — die Möglichkeit kleiner Reisen in das Reich hinter dem Vorhang, in dem Teile unserer dunklen Seite Realität werden können ... — die Möglichkeit, für eine Weile eine Tür in eine andere Sphäre zu öffnen …

Sie für eine Weile zu entführen, ob in das Königreich der Frauen, wo allein der Weiblichkeit gehuldigt wird oder ins Gefängnis, ins Ausbildungslager, zum Verhör, zum Nachsitzen, in die Leichenhalle, auf die Schlachtbank, etc. — es gibt so viele Geschichten in meinem Kopf …
aber ich werde sie hier nicht alle erzählen ;)